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Arten von Hörschäden

Schwerhörige Menschen

Akustische Wahrnehmung gesprochener Sprache je nach vorliegender Hörschädigung eingeschränkt bis stark eingeschränkt. Zahlenmäßig sind die Schwerhörigen die größte Gruppe der Hörgeschädigten, die sehr differenziert zu betrachten ist, mit den unterschiedlichsten Problemen klarkommen muß und in der Gesellschaft kaum eine Lobby hat. Die Schwerhörigkeit ist fast unsichtbar und wird oft sehr lange Jahre verdrängt. Es gibt viele Informationsdefizite, wie z.B. zum Schwerbehindertenrecht oder zu möglichen Hilfen zur Teilhabe. Nicht im Arbeitsleben stehende Menschen müssen oft einen hohen Anteil an Selbstkosten bei einer ausreichenden Versorgung mit Hörgeräten tragen.

Formen der Schwerhörigkeit

  • Schalleitungsschwerhörigkeit
  • Wird die Schallübertragung über das Trommelfell und die Gehöknöchelchenkette zum Beispiel durch Verwachsungen oder andere Erkrankung gestört, kann es zur "Schalleitungsschwerhörigkeit" kommen. Die Übertragung zum Innenohr ist behindert.
  • Altersschwerhörigkeit
  • Die Funktionen der Hörsinneszellen im Innenohr kann sich mit zunehmenden Alter verschlechtern. Dadurch kommt es zu einer Schwerhörigkeit. Den betroffenen Personen fallen diese Defekte oft nicht selbst, da sich der Verschleiß über einen langen Zeitraum erstreckt.
  • Lärmschwerhörigkeit
  • Die Lärmschwerhörigkeit ist seit langem in Deutschland eine der häufigsten Berufserkrankheiten. Lärm im Beruf oder in der Freizeit kann das Ohr (Hörschnecke) dauerhaft schädigen.
  • Kombinierte Schwerhörigkeit
  • Alters- und Schalleitungsschwerhörigkeit können gemeinsam auftreten. Der Arzt spricht dann von einer kombinierten Schwerhörigkeit.
  • Hörsturz
  • Plötzlich oder innerhalb weniger Stunden hören Sie auf einem Ohr weniger oder fast gar nichts mehr. Zusätzlich kann auch ein Ohrgeräusch auftreten. Dies spielt sich meist im Innenohr ab, wobei die Ursachen noch nicht ganz erforscht sind. Bei diesen Symptomen sollten Sie umgehend einen Hals-, Nasen-, Ohrenarzt (HNO) aufsuchen, da im frühen Stadium gute Heilungschancen bestehen.

    Ertaubte Menschen

    Sie haben nach dem Spracherwerb ihre Hörfähigkeit verloren. Gebärden werden zunächst vielfach abgelehnt. Kaum ambulante Angebote für Absehkurse, Kommunikationstraining. Dies hat zur Folge, daß Spätertaubte in eine extreme Situation geraten können, die zur starken psychischen Belastung führt. Eine Versorgung mit einem CI kann zur Verbesserung der Hörfähigkeit führen. Sie bleiben aber Hörgeschädigte mit allen Problemen in der Kommunikation. Die Betroffenen brauchen keinen Eigenanteil zu tragen.

    Gehörlose Menschen

    Sie haben vor dem Spracherwerb ihr Gehör verloren und können selbst bei größtmöglicher Schallverstärkung nur geringe und wenig differenzierbare Wahrnehmungen über das Ohr gewinnen. Sie haben das Recht auf einen Gebärdensprachdolmetscher. Gebärdensprachdolmetscher können jedoch nicht die Arbeit von Sozialarbeitern/-pädagogen ersetzen.

    von Tinnitus betroffene Menschen

    Etwa jeder 10. Bürger des Landes leidet an einem chronischen Ohrgeräusch, auch genannt Tinnitus, über 50 % davon sind auch hörgeschädigt. Ein Mensch, der plötzlich dem Streß von Geräuschen in seinen Ohren oder seinem Kopf ausgesetzt wird, bekommt oft Angst. Er ist auf eine solche Situation nicht vorbereitet. Er sucht nach einer Erklärung, wie vor nicht ausreichend eingerichtet und auch das soziale Umfeld reagiert oft mit Unverständnis. Das verstärkt das Gefühl der Hilflosigkeit. Er resigniert. Ist der Betroffene erst in dieser Phase ist es sehr schwer ihn zu mobilisieren, sich seiner eigenen Stärke bewußt zu werden. Deshalb ist es wichtig so früh wie möglich zuverlässige Informationen über die Mechanismen des Tinnitus und seine Auswirkungen zu erhalten. Aber auch Informationen darüber, welche Möglichkeiten der Selbsthilfe es gibt.

    Menschen mit Morbus Menière

    Diese Menschen leiden unter meist anfallsartigen Schwindel, Hörverlust und Tinnitus. Diese Erkrankung von Gleichgewichts- und Hörorgan kann zu Schwerhörigkeit, einem meist tieffrequenten Tinnitus, Unsicherheit und Hilflosigkeit bis hin zur Berufsunfähigkeit und einer depressiven Entwicklung führen. Abbau von Informationsdefiziten durch Aufklärung und Beratung sind notwendig.

    Bezugspersonen in Familie, Beruf und Betreuung

    Dies ist der Personenkreis der den Betroffenen in erster Linie Mut machen können, mit der Behinderung zu leben, wenn sie genügend Geduld aufbringen. Bei gut hörenden Menschen bestehen Informationsdefizite betreffs der Auswirkungen einer Hörschädigung und möglichen Hilfen. Dies führt zu Unverständnis und Fehleinschätzung. Dies wiederum belastet den Hörgeschädigten.