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Was ist Tinnitus ?

Millionen von Menschen haben Tinnitus: Bereits jeder Sechste von uns hat irgendwann in seinem Leben Erfahrungen mit Ohrgeräuschen/Ohrensausen in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen gemacht. 60 bis 80 % aller Jugendlichern kennen bereits Ohrgeräusche.

Mit Tinnitus bezeichnet man Hörempfindungen unterschiedlichster Art, die nicht von einer Schallquelle außerhalb des Menschen erzeugt werden und deshalb auch keine Signal- oder Informationsfunktion haben.


Wie empfindet man Tinitus ?

Geräusche aus dem Nichts

Der Betroffene hört manchmal oder dauernd in einem Ohr, in beiden Ohr oder auch im ganzen Kopf Geräusche mit sehr unterschiedlichen Formen und Lautstärken, wie z.B. Sausen, Zischen, Klopfen, Drönen, Knarren, Knallen, Klingeln usw. Die Lautstärke kann den Geräuschen von Bläternrascheln entsprechen, manchmal aber auch einem Mopedgeräusch. Für den Arzt ist es nicht möglich, von der - subjektiv empfundenen - Lautstärke auf den Schweregrad der psychischen Belastung zu schließen. Vor allem in der angstbesetzten Anfangsphase kann diese Belastung wesentlich stärker sein als nach einer gewissen Gewöhnungszeit.

Jeder Betroffene kann zur Besserung seiner Chancen beitragen. Empfehlungen: Gesunde Lebensführung, positives Denken, Entspannungsübungen und soziale Kontakte. Solche und andere Eigeninitiativen sind sehr wichtig.


Wie entsteht Tinnitus?

Tinnitus kann durch eine Viehlzahl unterschiedlicher Ursachen ausgelöst werden:

Eine häufige Ursache von Ohrgeräuschen ist eine Schädigung der feinen Haahrzellen durch Lärm oder Knall. Dazu zählen vor allem die Freizeitmusik bei Jugendlichen (MP2-Player, Disco, Rockkonzert) und der Lärm am Arbeitsplatz. Beim Knalltrauma kann bei sofortiger Akutbehandlung eine Heilung erfolgen.

Von ärzlicher werden am häufigsten Durchblutungsstörungen als Hauptursache angenommen und der Behandlung zunächst zugrunde gelegt. Diese erste Verdachtsdiagnose sollte durch eine möglichst früzeitige sorgfältige Diagnose abgelöst werden. Nur so kann man entsprechend dem Symptomcharakter des Tinnitus seine sehr unterschiedlichen Ursachen feststellen. und möglichst beheben. Es gilt hier der Grundsatz: Je früher, desto besser.

Unter Hörsturz versteht man einen plötzlichen Verlust des Gehörs oder eine plötzliche Hörminderung, meist begrenzt auf ein Ohr. Häufig ist dieser von Ohrgeräuschen und seltener auch Schwindel begleitet. Man nimmt aufgrund zahlreicher Studien an, daß sich der Hörsturz in vielen Fällen von selbst wieder behebt. Oft bleibt aber ein Ohrgeräusch oder ein Hörverlust zurück.

Veränderung und funktionelle Blockierung der Halswirbelsäule können zu Ohrgeräuschen führen oder sie verstärken z.B. Folge eines unfallbedingten Schleudertraumas.

Kieferstellung, Zahnextraktionen, Zahnfüllungen, Zähneknirschen usw. können unterstützende Ursachen eines Tinnitus sein.

Akustikusneurinom bezeichnet einen gutartigen Tumor am Hörnerv. Es macht sich nur durch einseitige Ohrgeräusche bemerkbar. Erfreulicherweise kommt er nur sehr selten vor.

Unter Morbus Menie`re versteht man einen anfallsweisen Drehschwindel. Dieser ist mit Schwerhörigkeit und einem Ohrgeräusch verbunden. Die Anfälle können selten bis häufig auftreten. Mit der Zeit bleibt ein Restgeschehen zurück, meistens in Form einer zunehmenden Schwerhörigkeit im Mitteltonbereich und ein Tinnitus.

Weitere Ursachen

Neben diesen hauptsächlichen Ursachen gibt es zahlreiche weitere denkbare Ursachen.


Wie kommen die Geräusche zustande?

Ein Tinnitus muß nicht zwangsläufig im Ohr entstehen. Er kann häufig auch unmittelbar dem Gehirn entspringen. Zum Verständnis des Tinnitus muß daher das gesamte Hörsystem bestehend aus dem Ohr (äußeres Ohr, Mittelohr, Innenohr), dem Hörnerven und bestimmten Teilen des Gehirns betrachtet werden.

Vereinfacht vollzieht sich das Hören folgendermaßen: Im Ohr werden mechanische Impulse (Schallwellen) in elektrische Impulse umgewandelt, analog zu einem Mikrofon. Verantwortlich hiefür sind die Haarzellen im Innenohr. Das sind Nervenzellen, die mit mikroskopisch feinen Haaren besetzt sind. Angeregt durch die Schallwellen wird eine Flüssigkeit im Innenohr beweget und infolgedessen werden die Haarzellhärchen kurzzeitig umgebogen. Die daraus resultierenden elektrischen Impulse werden via Nervenfasern an das Gehirn weitergeleitet. Hier wird der Schall für uns erst bewußt und erkannt, mit Gefühlen belegt und in dieser Form als Gräusch wahrgenommen.

Häufige, teils auf Vermutung basierende Erklärungen des Tinnitus gehen davon aus, daß die empfindlichen Haarzellen des Innenohrs geschädigt oder Nervenbahnen fehlgeschaltet sind.

Wenn wir "Signale aus dem Nichts" als Tinnitus hören, könnenwir sie verständlicherweise keiner uns bekannten Schallquelle zuordnen und deshalb auch nicht entschlüsseln. Wir haben das beängstigende Gefühl, durch unsere Ohrgeräusche in eine uns unbekannte, unbegreifliche Welt versetzt zu sein.